10-11/11 Alltagsgegenstände – Finnish Design

Diesen Eintrag schreibe ich in meiner Muttersprache. Es geht diesmal um Dinge des alltäglichen Lebens und den Haushalt, da kann ich mich in Deutsch einfach besser ausdrücken. Finnisches Design ist für seine Funktionalität und Schlichtheit weltbekannt; auf Örö bin ich zum Fan des ganz gewöhnlichen finnischen Alltagsdesigns geworden.

Praktisch finde ich den Geschirrkasten zum Abtropfen, genau über der Abwasch. Gitter statt Bretter machen es möglich, nasses Geschirr direkt nach dem Abspülen einzuordnen. Türen zu, und die Küche wirkt – oder besser: sie ist – sofort aufgeräumt.

In die Küche wurde da ein groß dimensioniertes und klug entworfenes Teigbrett integriert. Man zieht es heraus und hat sofort eine praktische Arbeitsfläche. Für uns eine Erleichterung, denn Marja und ich backen eigenes Brot – frisches kann man auf Örö nicht kaufen, und wir wollen vier Wochen auskommen. Wir haben Weizen-, Roggen-, und Gerstenmehl mitgebracht, Sauerteig und Hefe.

Wir, die Residents, wohnen derzeit in der ehemaligen Schule von Örö, die heute zu Wohn- und Schulungszwecken verwendet wird (siehe Foto ganz oben). Sie liegt an einer der beleuchteten ‘Hauptstraßen’ der Insel. Bis in die 1970er Jahre wurden in unserer Wohnküche/Unterrichtsraum Kinder unterrichtet. In den kleineren Zimmern wohnten LehrerInnen und Personal. Das historische Foto zeigt genau unseren Hauseingang.

 

Bürsten beim Haustor sind wichtig. Ich habe nur zwei Paar Schuhe mit, leichte und schwere Wanderschuhe. In Finnland sollte man unbedingt Schuhe im Vorzimmer ausziehen.

 

In der Personalsauna, die wir benützen dürfen, hängt ein wunderschönes altes Thermometer, das rekordverdächtige Temperaturen messen kann. Der Mann, der da mit nacktem Oberkörper ruhig zum Saunahaus im Wäldchen schreitet, hat eine einfache Arbeitshose an. Man erkennt, dass die Sauna nicht als Lifestyle Spa für urbanes Publikum mit Freizeit und Geld entstanden ist, sondern arbeitenden Menschen zur Körperpflege diente – im Alltag, zu Hause. In Helsinki hat die Mehrzahl der Wohnungen (besonders ältere) eine eigene Sauna. Bildung, Arbeit und Sauna passen auch hervorragend zusammen, wie die lateinische Inschrift zeigt.